Über Höhenangst (und zweite Male)

Max Frankl besieht seine Höhenangst

Was will er jetzt, werdet ihr jetzt sagen. Die erste Geschichte ist schnell erzählt: Ich musste als Kind im Schwimmunterricht vom Fünfmeterbrett springen und es hat mir nicht gefallen. Dieses ewige Fallen, dazu noch die bedrohlich aussehende Wasseroberfläche, kombiniert mit dem freien Blick bis auf den Grund des Beckens. Ich fand das keine gute Idee. Seitdem: Alles ok im Flugzeug, aber sonst nicht. Vor zwei Jahren bin ich- halb schon oben auf dem Aussichtsturm des Zürcher Uetlibergs- wieder umgedreht. Zu hoch für mich. Der Berg allein ist 872 Meter hoch, dazu kommen noch die 72 Meter des Aussichtsturms. Natürlich habe ich mich bei jedem Anblick des Turms (und man sieht ihn sehr gut, von vielen Orten in der Stadt) daran erinnert. Diesen Sommer bin ich nochmal rauf. Warum? Ich wollte da hoch. Ausserdem: Einer meiner Grundsätze ist, dass ich alles schaffen kann. Wenn nicht beim ersten, dann beim zweiten Mal. Seitdem habe ich ein wenig über zweite Male nachgedacht. Und tatsächlich, wenn ich zurückschaue, habe ich so einiges beim zweiten Mal bewältigt. Manche Türen öffnen sich eben beim ersten Mal noch nicht. Aber beim zweiten Mal, da stehen sie sperrangelweit offen. Deshalb: Ich versuche, im Leben immer eine Kombination aus ersten und zweiten Malen zu schaffen. Denn manche Dinge klappen auf Anhieb. Andere brauchen Zeit. Und jemanden, der nicht aufgibt und es nochmal probiert; egal, wie unangenehm es beim ersten Mal war. Hier noch ein Beweisfoto.